Mikroskop

Hoch & Niedrig, Groß & Klein

8. August 2008 | Von

Es gab eine Zeit, in der die Autos immer flacher und somit spritsparender wurden. Die Zauberformel war der Luftwiderstandsbeiwert, dem anfangs stilistisch allerlei untergeordnet wurde. Diese und andere, nicht immer sinnvolle Entwicklungen hatten ihren Preis: Autos wurden in Deutschland abnorm teuer. Nicht zuletzt reduzierte Verbrauchswerte lassen sich die deutschen Fahrzeughersteller von den Käufern ihrer Fahrzeuge

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Ein Juwel vom Menschen

19. Juli 2008 | Von

Wer Verstorbene nach ihrem Ableben nahe bei sich haben wollte, musste sich in früheren Zeiten regelmäßig zum Friedhof begeben. Die sterbliche Hülle des oder der Verblichenen wurde – zumindest in unserer Bundesrepublik – den Hinterbliebenen ebenso wenig ausgehändigt wie die Urne mit seiner oder ihrer Asche. Der bewährte Winterglätte-Witz „Nimm de Olle und streu´se“ entbehrte also

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Ein Erlebnis: Mike Leigh´s „Happy-Go-Lucky“

13. Juli 2008 | Von

Dieser – bei der Berlinale 2008 mit einem Silbernen Bären ausgezeichnete  – Film ist weniger eine „Komödie“ (Susan Vahabzadeh, SZ) oder eine „Tragikkomödie“ (Christian Buß, SPIEGEL ONLINE) oder gar ein „Drama“ (so das Traum-Kino in Kiel) als eine gelungene Darstellung  großer Lebenskunst. Dabei verzichtet Leigh auf einen Plot im klassischen Sinne. Gezeigt werden lediglich Ereignisse aus

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Mitte

12. Juli 2008 | Von

Am stillen Waldessaume stand ein deprimierter Tellerrand. Er sehnte sich, versteht es bitte, vom Rande in des Tellers Mitte. Der Saum hingegen nahm es heiter und kam auf diese Weise weiter.



Je nun

22. Juni 2008 | Von

So viel ist klar: Dereinst, in grauer Vorzeit starb aus der Dinosauer. Der Grund? Au weh, je nun, vielleicht hat´s einfach nicht zu mehr gereicht. Vorher verblich, weiß ich genauer, der Dinosüß, zu wenig sauer.



Wunderliches

17. Juni 2008 | Von

Glaubt man dem Neuen Testament, vollbrachte Jesus Christus vielerlei Wunder. Dazu gehörten auch Formen des Exorzismus. So trieb Jesus dem Besessenen in der Synagoge von Kafernaum gründlich die Dämonen aus (Mk 1, 21-28), und ähnlich heilte er den Besessenen aus Gerasa (Mt 8, 28-34, Lk 8, 26-39). Dabei bedurfte es aufgrund der Jesus verliehenen Macht

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Die Kehrseite der Glühbirne

7. Mai 2008 | Von

Die Zeit vergeht, und je älter der Mensch wird, desto eiliger zerrinnt sie ihm zwischen den Fingern.  Ähnlich verhält es sich mit dem Geld,  dieses jedoch kann man, wenn man genug davon hat, immerhin sparen. Nach verbreiteter Meinung gilt letzteres auch für die Zeit. Deshalb werden zum Beispiel immer schnellere Autos gebaut, mit denen man lange  Strecken in noch kürzerer

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Kleinvieh

3. Mai 2008 | Von

Weitsichtige wie Kurt Biedenkopf forderten bereits vor Jahrzehnten eine Beteiligung der deutschen Arbeitnehmer an den sie beschäftigenden Unternehmen, um die Gegensätze zwischen den Arbeitgebern und den gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmern zu reduzieren. Hieran waren die Gewerkschaften freilich nicht interessiert, und zwar nicht nur aus Gründen des Machterhalts: Sie lehnten den so genannten Investivlohn auch ab, weil sie befürchteten,

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Geld und Nekrophilie

11. April 2008 | Von

Gerhard Polt in der Süddeutschen Zeitung vom 11. April 2008 auf die Frage, ob Geld unmenschlich mache: „Es hat auch etwas mit Nekrophilie zu tun. Menschen wenden ihre Liebe toten Dingen zu. Wie dem Geld. Ich kann das verstehen: Ein Mensch oder ein Tier kann einem ja weglaufen. Das Geld nicht. Ein Auto auch nicht. Die

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Du und das Mischwesen

9. April 2008 | Von

„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt“. Diese unverhoffte Mutation kam dem armen Gregor kafkaesk vor, und da lag er bekanntlich nicht ganz falsch. Ein Mensch mit dem Äußeren eines gepanzerten, dünnbeinigen Insekts ist allerdings tatsächlich eher unappetitlich. Besser erging es dem Schäfer im Gilgamensch-Epos

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