Neues vom Virus

17. April 2020 | Von | Kategorie: Mikroskop

Zu Recht wurde die Einigung zwischen dem  Bund und den Ländern vom 15. April  von den Teilnehmern als eindrucksvolle Bestätigung des reibungslos funktionierenden föderalen Systems gefeiert: Jedes Bundesland tut nunmehr exakt, was es gerade will. Ein weiterer, bisher noch unveröffentlichter Erfolg besteht darin, dass Covid-19, selbst von Wissenschaftlern und Ärzten gern als „der Virus“ bezeichnet, demnächst aus zwei Gründen durchgehend als männlich geführt werden wird:

Zum Einen sind es nun einmal vor allem die Kerle, die Mutter Erde chronisch mit Unrat überziehen, weshalb die Corona-Viren mit Fug als ihre Söhne anzusehen sind. Zum Anderen sind die USA aufgrund des unermüdlichen, vor allem aus Selbstlob und Entlastungsangriffen gegen China und die WHO bestehenden Einsatzes ihres erschreckend männlichen Präsidenten unangefochtener Weltmeister in der Disziplin Viruserfolg geworden. „Der“ Virus sollte daher immerhin seine unterschiedlichen Bezeichnungen einbüßen und zukünftig allerorten „Donald-20“ genannt werden.  

Deutschland, das sich lange mit dem undankbaren vierten Platz  begnügen musste, hat diese aussichtsreiche Position  mittlerweile an Frankreich abgeben müssen und ist auf Platz fünf abgerutscht. Aber wie allgemein gilt auch hier eben: Teilnehmen ist wichtig, nicht Siegen.

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