Neue Sehgewohnheiten

28. September 2022 | Von | Kategorie: Mikroskop

Als der Farbfernseher in den sechziger Jahren eingeführt wurde, waren die Bildschirme klein, aber in den deutschen Fernsehanstalten agierten noch Menschen, die sich gelegentlich am Bildungsauftrag des Mediums orientierten.

Im Laufe der Jahre wurden die Bildschirme immer größer, während die Qualität des darauf zu Entdeckenden ständig abnahm. Mist wird aber nicht dadurch erfreulicher, dass er breiter und höher gezeigt wird. Daher zogen manche Zuschauer die eingehende Betrachtung der Waschmaschine bei ihrer wundersamen Arbeit dem Fernsehkonsum vor.

Die Energiekrise geht nun mit einer erneuten Veränderung der Sehgewohnheiten einher: Nicht mehr Fernseher oder Waschmaschinen, sondern Gas- und  Stromzähler sind es, vor denen sich die Familien abends, nach des Tages Mühen, versammeln und jede Mehrung der angezeigten Zahlen gespannt, ja entsetzt beobachten. Was ist gegen diesen realen Horror schon der nur fiktive „Tatort“?

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