Gefallene Engel

7. Oktober 2010 | Von | Kategorie: Teleskop

Bei der wieder aufgeflammten Diskussion über  die Atomkraft und die Endlagerung ihres Mülls wird allzu leicht vergessen, dass auch die Produktion der so genannten erneuerbaren Energien  gewichtige Probleme aufwirft.  So kollidieren  andauernd  Vögel mit  den Rotoren großer Windkraftanlagen, bisweilen, nicht zuletzt  bei Nebel, aber auch Engel. Letzteres betrifft  naturgemäß vor allem den blauen Engel, aber auch nüchterne Exemplare, gelegentlich sogar Schutzengel. Zahlreiche Todesfälle oder schwere Verletzungen des engeligen Geflügels sind die Folge.

 

Umstritten ist, wer die Kosten der Beerdigung oder der   Behandlung und  des   Unterhalts der überlebenden, dauernd flugunfähigen Engel tragen soll, zumal diese typischerweise rundum unversichert sind.  Die katholische Kirche weigert sich, jedweden Teil davon zu übernehmen und verweist auf schlechte Erfahrungen mit gefallenen Engeln. Die schwarz-gelbe Berliner Regierungskoalition will  zwecks Sicherung und Schaffung von Niedriglohn-Arbeitsplätzen wieder einmal ausschließlich die Arbeitnehmer zur Kasse bitten und lehnt jede Belastung der oberen Hunderttausend  ab. Die SPD hingegen fordert  einen Engelsoli als Teil einer umfassenden Reichensteuer. Die Linke verlangt darüber hinaus  die Verstaatlichung des Himmels und die Besteuerung des Allmächtigen  mit einem Satz von 150 %. Peter Sloterdijk, der lebende Beweis dafür, dass Wissen & Denkvermögen nicht unbedingt Intelligenz erzeugen,  setzt dagegen himmelschreiend auf  bloße Spenden aus dem Bereich der finanzelitären Parallelwelten.   Die  Grünen prüfen  noch, welche Auffassung für sie  bei den weiteren Beantwortungen  der Sonntagsfrage hilfreich  sein könnte. Tilo Sarrazin wiederum arbeitet bereits an einem Buch über unerwünschte himmlische  Migranten unter besonderer Berücksichtigung ihrer Vermehrung  und Genetik.

 
Ob der Salzstock in Gorleben auch für  die  Endlagerung  ausgewählten Personals  unseres Gemeinwesens derart geeignet ist, dass eine  Verunreinigung des Grundwassers für alle Zukunft  ausgeschlossen werden kann, bedarf  noch eingehender Untersuchungen durch Verständige, die gerade begonnen wurden.                      

Wer übrigens versucht sein sollte, an dem Wahrheitsgehalt des Vorstehenden auch nur zu zweifeln, sei daran erinnert, dass die Medien, zu denen wir die NACHTGAZETTE hier einmal gnädig rechnen wollen, die Realität bekanntlich nicht reflektiert, sondern erzeugt. Basta.                      

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