Tragik des Mannes (1)

17. August 2019 | Von | Kategorie: Boskop

Die Menschheit steht vor großen Herausforderungen. Aber auch alltägliche Probleme harren noch der Lösung, beispielsweise die des gemeinen Manns bei der alltäglichen Beschaffung von Lebensmitteln.

Selig die Zeiten, als der Herr der Schöpfung sich noch als Jäger und Sammler darauf beschränkte, seine nähere Umgebung zu durchstreifen und dabei nur auf einzelne  Objekte der Begierde  traf, etwa das nahrungsreiche Mammut.  Mit der Sesshaftigkeit, laut Youval Harari wegen der damit verbundenen Mehrarbeit ein großes Unglück, wurde das Dasein des Menschen wesentlich komplizierter. Inzwischen bieten Supermärkte  eine Fülle von Produkten aus aller Herren Länder. Vielfältig sind deshalb häufig auch die häuslichen Einkaufspläne. Tragischerweise wird deren Realisierung immer wieder auch männlichen Wesen übertragen, obwohl sie dazu wenig geeignet sind.

Der Mann ist bekanntlich zu mehr als einer Aktivität gleichzeitig („multi-tasking“) nicht fähig. Ähnlich verhält es sich mit seinem Erinnerungsvermögen: Es umfasst insbesondere dann, wenn das zu Memorierende kein echtes Interesse weckt, regelmäßig weniger als drei Gegenstände – mit der Folge, dass der mit einem umfänglichen Einkauf Betraute diesen nicht selten  (im vagen Bewusstsein der Unvollständigkeit) vorzeitig abbricht und ergänzend wiederholen muss.

Zwar ist  die Geschichte der Menschheit  voller genialer Erfindungen. Hierzu gehört der Einkaufszettel, auf dem das zu Beschaffende vorab im Einzelnen notiert wird. Dieser schützt freilich nicht vor dem Vergessen des Papiers im trauten Heim. Und so irrt unser Mann typischerweise schon bald wieder  im jeweiligen Einkaufsparadies umher, als gebe es den Zettel nicht,  in diesem Fall das Unzureichende seines Tuns eher deutlich ahnend.   

Auch die Hinterlegung einer Notiz in der Umgebung des Wohnungsausgangs, die an die Mitnahme des Einkaufszettels gemahnt, schafft keine nennenswerte  Erleichterung. Die Erinnerung an die Mahnung wird regelmäßig von der an den geplanten Einkauf überlagert, weshalb der  Aufbrechende die Notiz schlicht zu übersehen pflegt.

Die allein segensreiche  analoge Lösung besteht in der Beschaffung und Verwendung selbstklebender Einkaufszettel, die  dem Mann nach der Beschriftung  auf die Stirn geklebt werden und dort zumindest bis zum Betreten des Supermarktes verbleiben. Wer  einem solchen Geschäft zustrebende Männer sorgfältig beobachtet, wird indes unschwer feststellen, dass mangelnde Einsicht oder falsch verstandener Stolz der Betroffenen einer nachhaltigen Verbesserung der Verhältnisse entgegensteht.

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